Luftqualität in Zeiten des Lockdown

Messkampagne während des Lockdown

Am 09. Mai fand in Stuttgart eine außerplanmäßige und außergewöhnliche Messkampagne zweier Teilprojekte der BMBF-Fördermaßnahme ‚Stadtklima im Wandel‘ statt. Forscher des Instituts für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik (IfK; Teilprojektleiter: Dr.-Ing. Ulrich Vogt) der Universität Stuttgart, des Forschungszentrums Jülich (FZ Jülich; Teilprojektleiter Dr. Dieter Klemp) sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unternahmen umfangreiche Messungen von Luftschadstoffen. Die Forscher des FZ-Jülich flogen mit einem großen, mit Messgeräten bestückten Zeppelin in mehreren 100 m Höhe über Stuttgart, nachdem sie zuvor Messungen in der Gegend von Köln-Bonn durchgeführt hatten. Ziel des FZ Jülich für das Rheinland war es, die Auswirkungen des Lockdown infolge der Corona-Pandemie auf die Luftqualität zu messen.

Gleichzeitig mit dem Zeppelin war in Stuttgart auch der Messwagen mit dem mobilen Labor (MobiLab) des FZ Jülich, das Messfahrrad des IfK sowie ein Messwagen des DLR im Einsatz. Mit dem Einsatz von Messfahrzeugen und Zeppelin konnten zusätzlich zu den üblichen Stationsdaten umfangreiche dreidimensionale und räumlich verteilte Daten zur Luftqualität in Stuttgart gewonnen werden. Der Fokus der Messungen lag hierbei auf Luftverunreinigungen wie Feinstaub, Ruß und Kohlenmonoxid.

Wir können gespannt auf die Ergebnisse der Messkampagne in Stuttgart sein. Zeigen diese und die Ergebnisse für das Rheinland eine Beeinflussung der Luftqualität aufgrund des Lockdown?  Mehr Informationen zur Messkampagne finden Sie auf dieser Webseite unter der Rubrik Medien.

Auch der Leiter eines weiteren Teilprojekts (DLR, Thilo Erbertseder) beteiligte sich an einer Studie des DLR zu den Auswirkungen des Lockdown auf die Luftqualität. Der Satellit Sentinel-5P zeigte im Vergleich zum letzten Jahr global einen starken Rückgang von Stickstoffdioxid (NO2). Durch Einbeziehung von langjährigen Daten des europäischen Satelliten MetOP-A, Messungen an Bodenstationen, der Berücksichtigung von witterungsbedingten Schwankungen der NO2-Konzentrationen und Computermodellierungen, konnte eindeutig eine starke Reduktion des Luftschadstoffes über der Lombardei gezeigt werden. Mehr Informationen zur DLR-Studie finden Sie auf dieser Webseite unter der Rubrik Medien.

 

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Foto 1: Vorschriftsmäßig gekleidete Wissenschaftler vor den Messwagen des FZ Jülich und des DLR. In der Mitte ist das Messfahrrad des IfK der Universität Stuttgart zu sehen. © DLR/FrankEppler

 
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Foto 2: Diskussion am Messfahrrad. © DLR/FrankEppler Foto 3: Vorbereitungen für die Messung. © DLR/Frank Eppler